JR Invest RatgeberStand 26. Oktober 2026·ca. 13 Min. Lesezeit

Vorsorgewohnung in Wien, was sich wirklich rechnet und worauf Sie beim Kauf achten

Eine Vorsorgewohnung in Wien kann ein solider Baustein für den Vermögensaufbau sein, wenn Kaufpreis, zulässige Miete und Kosten zusammenpassen. Dieser Ratgeber zeigt anbieterneutral, wie Sie rechnen, was Steuer und Mietrecht bedeuten und welche Risiken auf Verkaufsseiten selten vorkommen.

Eine Vorsorgewohnung in Wien ist eine Eigentumswohnung, die Sie nicht selbst bewohnen, sondern vermieten, um aus Mieteinnahmen und langfristiger Wertentwicklung Vermögen aufzubauen. Das Angebot ist groß. Zum Zeitpunkt der Recherche listete willhaben 1.699 Inserate zum Stichwort Vorsorgewohnung in Wien, ImmoScout24 sogar 5.413. Die Seiten, die bei der Suche oben stehen, sind fast durchwegs Verkaufsseiten von Bauträgern, Maklern und Portalen. Als neutrale Quelle taucht nur eine Broschüre der Arbeiterkammer Wien aus dem Jahr 2018 auf.

Was dort meist fehlt, finden Sie hier, nämlich eine Renditerechnung mit offenen Annahmen, die Nebenkosten, einen Überblick über Steuer und Mietrecht, eine klare Antwort zur Vermietungsdauer und die Frage, für wen sich das Modell nicht eignet. Steuer- und Mietrecht ändern sich laufend. Die Hinweise ersetzen daher keine Beratung durch Steuerberatung oder Vertragserrichter.

Was ist eine Vorsorgewohnung?

Der Wiener Anbieter RAAB & RAAB beschreibt die Vorsorgewohnung als Eigentumswohnung, deren Hauptzweck nicht das eigene Wohnen ist. Das eingesetzte Kapital soll durch Mieteinnahmen und Wertsteigerung wachsen. Kurz gesagt tauschen Sie Geldvermögen gegen einen Sachwert, der laufend Miete abwirft.

So funktioniert das Modell in der Praxis.

  • Sie kaufen eine Wohnung mit Eigenkapital und häufig mit einem Kredit.
  • Sie vermieten die Wohnung und erhalten monatlich Miete.
  • Von der Miete gehen Kosten, gegebenenfalls Kreditraten und Steuern ab.
  • Nach vielen Jahren besitzen Sie im Idealfall eine entschuldete Wohnung, die weiter Ertrag bringt oder verkauft werden kann.

Vorsorgewohnung oder Anlegerwohnung?

Inhaltlich meinen beide Begriffe dasselbe. Die Haring Group schreibt etwa von Vorsorgewohnungen, „auch Anlegerwohnungen genannt“, die als Geldanlage gekauft und weitervermietet werden. Im Markt hat sich trotzdem eine Nuance eingebürgert. „Vorsorgewohnung“ betont die Altersvorsorge und steht oft für Neubauprojekte vom Bauträger mit Servicepaket für Vermietung und Verwaltung, wie es Haring, RAAB & RAAB oder die Raiffeisen Vorsorge Wohnung anbieten. „Anlegerwohnung“ klingt nüchterner und wird für Neubau wie für Bestand verwendet. Für Steuer und Mietrecht zählt ohnehin nicht die Bezeichnung im Inserat, sondern wie die Wohnung gebaut, gekauft und vermietet wird.

Abgrenzung zu Zinshaus und Immobilienfonds

Mit einer Vorsorgewohnung besitzen Sie eine einzelne Einheit in einem Haus mit Wohnungseigentum. Über Sanierungen, Rücklage und Hausverwaltung entscheiden Sie gemeinsam mit den anderen Eigentümern. Beim Zinshaus gehört Ihnen das ganze Haus. Das bringt mehr Gestaltungsfreiheit, aber auch deutlich höheren Kapitalbedarf und mehr Verantwortung. Ein Immobilienfonds bietet Streuung und leichtere Handelbarkeit, aber kein direktes Eigentum und keinen Einfluss auf das einzelne Objekt.

So läuft der Kauf einer Vorsorgewohnung in Wien ab

  1. Ziel und Rahmen klären. Wie viel Eigenkapital setzen Sie ein, welche Rate tragen Sie auch ohne Mieteinnahmen, und wie lange wollen Sie halten?
  2. Finanzierung vorab besprechen. Eine grundsätzliche Zusage der Bank schafft Klarheit, bevor Sie verhandeln.
  3. Markt sichten. Neubauprojekte, Bestandswohnungen und Angebote, die nicht öffentlich inseriert werden.
  4. Objekt prüfen. Lage, Wohnung, Unterlagen und die rechtlich zulässige Miete (siehe Checkliste unten).
  5. Kaufanbot. Lesen Sie Fristen und Bedingungen vor der Unterschrift genau, etwa ob ein Finanzierungsvorbehalt vorgesehen ist.
  6. Kaufvertrag und Treuhand. Ein Rechtsanwalt oder Notar errichtet den Vertrag und wickelt die Zahlung meist treuhändig ab. RAAB & RAAB beschreibt das Prinzip so. Der Treuhänder gibt das Geld erst frei, wenn der Käufer im Grundbuch steht.
  7. Grundbuch und Übergabe. Mit der Eintragung im Grundbuch gehört Ihnen die Wohnung. Danach folgen Übergabe, Vermietung und laufende Verwaltung.

Beteiligt sind typischerweise Makler oder Bauträger, Vertragserrichter, Bank, Hausverwaltung und Steuerberatung.

Kauf vom Bauträger oder aus dem Bestand

Beim Neubau kaufen Sie oft vom Plan. Gezahlt wird in Raten nach Baufortschritt; RAAB & RAAB nennt als Beispiel die Auszahlung durch den Treuhänder jeweils nach Fertigstellung eines Bauabschnitts. Manche Projekte werden provisionsfrei angeboten, etwa ein Erstbezug in Simmering bei teamneunzehn. Das Risiko liegt in Bauverzögerungen und darin, dass Sie Wohnung und künftige Miete vorab nur einschätzen können.

Beim Kauf aus dem Bestand sehen Sie Wohnung, Haus und Eigentümergemeinschaft so, wie sie sind. Bestehende Mietverträge, Protokolle der Eigentümerversammlungen und der Stand der Rücklage lassen sich prüfen. Dafür müssen Sie bei älteren Häusern mit Sanierungen und strengeren Mietzinsregeln rechnen.

Was kostet eine Vorsorgewohnung in Wien?

Kaufpreise als Momentaufnahme aus aktuellen Inseraten

Belastbare Durchschnittspreise je Bezirk lassen sich aus einzelnen Inseraten nicht ableiten. Die folgenden Beispiele zeigen nur die Größenordnung der Angebotspreise zum Zeitpunkt der Recherche, nicht tatsächlich erzielte Kaufpreise.

  • Neubau in der Donaustadt bei willhaben mit 40 m² um 298.462 Euro (7.461,55 Euro/m²) und 45 m² um 362.375 Euro (8.052,78 Euro/m²).
  • Neubau in Floridsdorf, bei 3SI zwei Zimmer mit 44 m² um 269.000 Euro, bei sREAL ein Projekt ab 45,05 m² und ab 233.000 Euro.
  • Neubau in Simmering, bei sREAL ab 34,75 m² und ab 223.600 Euro, bei teamneunzehn ein Projekt mit 29,35 bis 67,76 m² um 167.000 bis 380.000 Euro.
  • Altbau in Meidling bei teamneunzehn mit 37,72 bis 100,65 m² um 139.000 bis 449.000 Euro.

Ein niedriger Altbaupreis ist nicht automatisch das bessere Geschäft. Entscheidend ist das Verhältnis von Kaufpreis zu der Miete, die rechtlich zulässig und am Markt erzielbar ist.

Kaufnebenkosten in Österreich

Zum Kaufpreis kommen unter anderem folgende Kosten hinzu.

  • Grunderwerbsteuer und Grundbucheintragungsgebühr. 3,5 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent vom Kaufpreis.
  • Maklerprovision. Beim Kauf beträgt die Maklerprovision für Sie als Käufer höchstens 3 Prozent zuzüglich Umsatzsteuer, sofern ein Makler beteiligt ist.
  • Vertragserrichtung und Treuhandschaft. Honorar des Rechtsanwalts oder Notars, das je nach Kanzlei und Aufwand variiert. Holen Sie vorab ein Angebot ein.
  • Bei Kreditfinanzierung. Eintragung des Pfandrechts, Schätz- und Bearbeitungsgebühren der Bank.

Planen Sie diese Nebenkosten zusätzlich zu Ihrem Eigenkapitalanteil ein.

Laufende Kosten

  • Betriebskosten, je nach Mietvertrag und anwendbarem Mietrecht ganz oder teilweise an Mieter weiterverrechenbar. Bei Leerstand tragen Sie sie selbst.
  • Rücklage (Reparaturfonds), monatlicher Beitrag an die Eigentümergemeinschaft für die Erhaltung des Hauses.
  • Verwaltung. Hausverwaltung des Hauses, bei Bedarf eine Mietverwaltung für Ihre Wohnung.
  • Instandhaltung in der Wohnung. Therme, Geräte, Böden, Ausmalen beim Mieterwechsel.

Rendite in einer Beispielrechnung mit offenen Annahmen

Anbieter werben gern mit Sicherheit und Inflationsschutz; RAAB & RAAB und die Haring Group bezeichnen Vorsorgewohnungen als krisensicher und inflationsgeschützt. Ob sich eine Wohnung rechnet, zeigt aber erst die Rechnung. Zwei Kennzahlen sollten Sie unterscheiden.

  • Bruttorendite. Jahresnettomiete geteilt durch den Kaufpreis. Schnell gerechnet, aber geschönt.
  • Nettoanfangsrendite. Jahresmiete abzüglich nicht weiterverrechenbarer Kosten und Mietausfall, geteilt durch die Gesamtinvestition inklusive Nebenkosten.

Bei JR Invest rechnen wir mit der Nettobetrachtung, weil nur sie unterschiedliche Objekte vergleichbar macht. Das folgende Modell verwendet ausschließlich Annahmen. Es ist weder Angebot noch Prognose, sondern zeigt, wie die Rechnung funktioniert.

PositionAnnahme oder Ergebnis
Wohnfläche45 m²
Kaufpreis320.000 Euro
Kaufnebenkosten (Annahme: 10 Prozent)32.000 Euro
Gesamtinvestition352.000 Euro
Nettomiete ohne Betriebskosten und Umsatzsteuer (Annahme: 15 Euro/m² monatlich)8.100 Euro pro Jahr
Bruttorendite (Jahresmiete durch Kaufpreis)rund 2,5 Prozent
Nicht weiterverrechenbare Kosten wie Rücklage, Verwaltung, Instandhaltung (Annahme)900 Euro pro Jahr
Mietausfallwagnis (Annahme: 2 Prozent der Jahresmiete)162 Euro pro Jahr
Nettomietertrag7.038 Euro pro Jahr
Nettoanfangsrendite (Nettomietertrag durch Gesamtinvestition)rund 2,0 Prozent

Im Modell schrumpft die Rendite also von rund 2,5 auf rund 2,0 Prozent, und zwar vor Steuern und ohne Finanzierung.

Wie empfindlich das Ergebnis reagiert

  • Bei 13 statt 15 Euro Nettomiete je m² sinkt die Nettoanfangsrendite im Modell auf rund 1,7 Prozent.
  • Bei 17 Euro je m² steigt sie auf rund 2,3 Prozent.
  • Jeder Monat Leerstand kostet im Modell 675 Euro Miete, dazu kommen die Betriebskosten, die Sie selbst tragen.

Die Miete ist die wichtigste Stellschraube, und welche Miete zulässig ist, regelt in Wien oft das Mietrecht (siehe unten). Prüfen Sie bei Vergleichsinseraten, ob die genannte Miete Betriebskosten und Umsatzsteuer enthält. Ein Inserat bei 3SI nennt etwa für 57 m² in Favoriten 1.150 Euro Miete, ohne dass auf der Übersicht erkennbar ist, welche Bestandteile darin stecken.

Wertsteigerung ist im Modell bewusst nicht enthalten. Sie kann das Gesamtergebnis verbessern, ist aber nicht gesichert und sollte nie allein die Kaufentscheidung tragen.

Finanzierung und Hebel

Angenommen, Sie finanzieren 250.000 Euro zu 3,5 Prozent Zinsen (Annahme) und bringen 102.000 Euro Eigenkapital ein. Allein die Zinsen betragen im ersten Jahr rund 8.750 Euro und liegen damit über dem Nettomietertrag von 7.038 Euro, die Tilgung kommt noch hinzu. Sie zahlen also jeden Monat aus Ihrem Einkommen zu. Fremdkapital hebt die Eigenkapitalrendite nur, wenn die Nettorendite über dem Kreditzins liegt. Liegt sie darunter, verstärkt der Hebel den Verlust. Ein variabler Zins macht das Modell zusätzlich anfällig, weil die Rate schneller steigen kann als die Miete.

Banken verlangen für Wohnkredite einen nennenswerten Eigenmittelanteil und prüfen die Leistbarkeit der Rate. Die KIM-Verordnung, die dafür verbindliche Grenzen gesetzt hatte, ist ausgelaufen; Banken orientieren sich aber weiterhin an eigenen Vergabekriterien.

Steuer bei der Vorsorgewohnung in Österreich

Dieser Abschnitt gibt nur die Grundzüge wieder. Lassen Sie Ihre konkrete Situation vor dem Kauf von einer Steuerberatung prüfen.

Mieteinnahmen und absetzbare Kosten

Mieteinnahmen zählen zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung und werden gemeinsam mit Ihrem übrigen Einkommen versteuert. Abziehen können Sie unter anderem Kreditzinsen, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten sowie die Abschreibung des Gebäudeanteils; der Grundanteil wird nicht abgeschrieben.

Liebhaberei

Ein steuerlicher Verlust in den ersten Jahren lässt sich grundsätzlich nur nutzen, wenn die Vermietung nicht als Liebhaberei gilt. Dafür muss sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Gesamtüberschuss erwarten lassen. Lassen Sie vor dem Kauf eine Prognoserechnung erstellen, besonders bei hoher Fremdfinanzierung.

Umsatzsteuer und Vorsteuer beim Neubau

Beim Kauf vom Bauträger können Anleger sich die Umsatzsteuer auf den Gebäudeanteil als Vorsteuer zurückholen, wenn sie umsatzsteuerpflichtig vermieten; die Mieten sind dann mit Umsatzsteuer zu verrechnen. Endet die steuerpflichtige Vermietung innerhalb des Berichtigungszeitraums von 20 Jahren, etwa durch Eigennutzung oder einen steuerfreien Verkauf, ist ein Teil der Vorsteuer zurückzuzahlen.

Steuer beim Verkauf

Gewinne aus einem späteren Verkauf unterliegen der Immobilienertragsteuer von 30 Prozent. Rechnen Sie diese Steuer und die Verkaufskosten von Anfang an in Ihr Exit-Szenario ein.

Sind Sie in Deutschland steuerlich ansässig, klären Sie mit einer Beratung in beiden Ländern, wie Wiener Mieteinkünfte und ein späterer Verkauf behandelt werden, denn die deutschen Regeln weichen in mehreren Punkten ab.

Wie lange muss eine Vorsorgewohnung vermietet werden?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht, eine frei finanzierte Eigentumswohnung eine bestimmte Zeit lang zu vermieten, gibt es nicht. Fristen spielen trotzdem an drei Stellen eine Rolle.

  • Vorsteuer. Wer beim Kauf Vorsteuer geltend gemacht hat und die Wohnung innerhalb des Berichtigungszeitraums selbst nutzt oder steuerfrei verkauft, muss mit einer anteiligen Rückzahlung rechnen (siehe oben).
  • Liebhaberei. Wer zu früh aufhört zu vermieten, erreicht unter Umständen keinen Gesamtüberschuss, und frühere Verluste stehen infrage.
  • Verträge. Kaufvertrag, Servicepaket des Bauträgers, Mietpoolvereinbarung, Förderzusagen oder Kreditvertrag können Bindungen enthalten.

Wer eine Wohnung mit Vorsteuerabzug kauft und in wenigen Jahren selbst einziehen möchte, sollte das vor dem Kauf durchrechnen lassen. Prüfen Sie zusätzlich, wann ein bestehender Mietvertrag endet, wenn Sie eine vermietete Wohnung übernehmen.

Mietrecht in Wien und welche Miete zulässig ist

Vollanwendung, Teilanwendung, Ausnahme

Welche Miete Sie verlangen dürfen, hängt davon ab, ob und wie weit das Mietrechtsgesetz (MRG) anzuwenden ist. Grob gilt Folgendes. Wohnungen in Altbauten, die vor dem 8. Mai 1945 errichtet wurden, fallen in der Regel in die Vollanwendung, ebenso geförderte Neubauten; frei finanzierte Neubauten mit Baubewilligung nach dem 30. Juni 1953 fallen in die Teilanwendung, in der der Mietzins frei vereinbart werden kann; Dachbodenausbauten und Aufbauten mit Baubewilligung nach dem 31. Dezember 2001 sowie Zubauten mit Baubewilligung nach dem 30. September 2006 fallen ebenfalls nur in die Teilanwendung, und Ein- und Zweiobjekthäuser sind bei Mietverträgen nach dem 31. Dezember 2001 ganz vom MRG ausgenommen.

Richtwert, angemessener und freier Mietzins

In der Vollanwendung gilt meist der Richtwertmietzins mit Zu- und Abschlägen, in bestimmten Fällen der angemessene Mietzins. Befristete Wohnungsmietverträge müssen seit 1. Jänner 2026 mindestens fünf Jahre laufen, wenn der Vermieter Unternehmer ist (bei Vermietern, die keine Unternehmer sind, bleibt es bei drei Jahren), und im Vollanwendungsbereich ist bei befristeten Verträgen ein Abschlag von 25 Prozent auf den zulässigen Hauptmietzins vorgesehen; der Richtwert für Wien beträgt seit 1. April 2026 6,74 Euro pro Quadratmeter, dazu kommt gegebenenfalls ein Lagezuschlag.

Wertsicherung

Mieten steigen nur dann mit der Inflation, wenn der Vertrag eine Wertsicherung vorsieht, und seit 1. Jänner 2026 begrenzt das Mieten-Wertsicherungsgesetz solche Anpassungen bei Wohnungsmieten im Anwendungsbereich des MRG. Sie sind nur einmal jährlich zum 1. April zulässig, und der Teil der Inflation über 3 Prozent zählt nur zur Hälfte; bei Richtwert- und Kategoriemieten darf die Miete zusätzlich 2026 nur um 1 Prozent und 2027 nur um 2 Prozent steigen. Das Versprechen eines automatischen Inflationsschutzes sollten Sie daher mit Vorsicht lesen.

Warum das Baujahr die Rendite bestimmt

Eine Altbauwohnung kann im Einkauf günstig wirken und trotzdem schwach rentieren, weil die zulässige Miete begrenzt ist. Ein Neubau ist teurer, lässt aber oft mehr Spielraum bei der Miete. Stützen Sie Ihre Rechnung deshalb nicht auf Inseratsmieten, sondern auf die Miete, die für genau diese Wohnung zulässig ist. Im Zweifel klärt das ein auf Mietrecht spezialisierter Rechtsanwalt anhand von Baubewilligung und Mietvertrag.

Checkliste für Lage, Wohnung und Unterlagen

teamneunzehn nennt als Merkmale einer guten Vorsorgewohnung eine attraktive Lage, Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, zeitgemäße Ausstattung, durchdachte Grundrisse und energieeffiziente Bauweise. RAAB & RAAB hebt zusätzlich die meistgesuchten Größen und Grundrisse hervor. Daraus und aus den Lücken der Verkaufsseiten ergibt sich folgende Prüfliste.

Lage

  • Öffentliche Verkehrsmittel in Gehdistanz, Nahversorgung, Arbeitgeber, Hochschulen oder Spitäler in der Umgebung.
  • Mikrolage mit Straßenlärm, Ausrichtung, Stockwerk und geplanten Bauvorhaben in der Nachbarschaft.
  • Zielgruppe und die Frage, wer hier wohnen soll und welche Miete diese Gruppe tragen kann.

Wohnung

  • Gut nutzbarer Grundriss ohne Durchgangszimmer, passende Größe für die Zielgruppe.
  • Freifläche, Lift, Keller.
  • Energieausweis mit Heizwärmebedarf und Heizsystem, auch mit Blick auf künftige Sanierungen.

Unterlagen

  • Grundbuchauszug mit Lasten, Pfandrechten und Dienstbarkeiten.
  • Wohnungseigentumsvertrag und Nutzwertgutachten.
  • Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen und gefasste Beschlüsse.
  • Jahresabrechnung, Höhe der Rücklage und geplante Sanierungen.
  • Betriebskostenabrechnung.
  • Bei vermieteten Wohnungen Mietvertrag, Miethöhe, Befristung, Kaution und Zahlungsverhalten.
  • Baubewilligung beziehungsweise Baujahr als Grundlage für das Mietrecht.
  • Flächenwidmung und Bauvorhaben im Umfeld.

Warnzeichen

  • Mietversprechen ohne nachvollziehbare Vergleichsmieten.
  • Vermietungsgrade als Hauptargument. Die Raiffeisen Vorsorge Wohnung nennt für fertiggestellte Projekte durchschnittlich 98 bis 100 Prozent, RAAB & RAAB 99,23 Prozent. Das sind Anbieterangaben; fragen Sie, wie sie berechnet werden und zu welcher Miete vermietet wurde.
  • Mietgarantien oder Servicepakete, deren Kosten im Kaufpreis stecken.
  • Ein Quadratmeterpreis deutlich über vergleichbaren Wohnungen ohne erkennbaren Mehrwert.
  • Zeitdruck bei der Unterschrift.

Welche Option passt, Neubau, Bestand oder Off-Market?

Neubau

  • Vorteile, geringer Instandhaltungsbedarf in den ersten Jahren, moderner Energiestandard, oft mehr Spielraum bei der Miete, Vorsteuermodell möglich.
  • Nachteile, höherer Preis je m², Risiko der Bauverzögerung, Vermietbarkeit erst nach Fertigstellung belegt.

Bestand

  • Vorteile, prüfbare Historie, bei vermieteter Übernahme sofortige Mieteinnahmen, unter Umständen ein niedrigerer Einstiegspreis.
  • Nachteile, möglicher Sanierungsbedarf im Haus, Mietzinsgrenzen im Altbau, Bindung an bestehende Mietverträge.

Off-Market

Nicht alle Wohnungen werden öffentlich inseriert, etwa wenn Eigentümer diskret verkaufen möchten. Das kann weniger Konkurrenz um ein Objekt bedeuten, ändert aber nichts an der Prüfpflicht. Bei JR Invest verbinden wir diesen Zugang mit derselben nüchternen Rechnung wie bei inserierten Objekten.

Risiken und für wen sich eine Vorsorgewohnung nicht eignet

Die wichtigsten Risiken

  • Leerstand und Mietausfall. Jeder leere Monat und jeder säumige Mieter kostet Ertrag.
  • Zinsänderung. Bei variabler Finanzierung kann die Rate deutlich steigen.
  • Klumpenrisiko. Eine einzelne Wohnung bündelt Lage-, Mieter- und Objektrisiko.
  • Geringe Liquidität. Ein Verkauf dauert und kostet Steuern und Nebenkosten.
  • Gesetzesänderungen. Mietrecht und Steuerrecht können sich während der Haltedauer ändern.
  • Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft. Sanierungen können die Rücklage übersteigen und Nachzahlungen auslösen.
  • Bauträgerrisiko. Verzögerungen oder Mängel beim Neubau.

Nicht geeignet ist eine Vorsorgewohnung, wenn

  • Sie keine finanzielle Reserve für Leerstand oder Reparaturen haben,
  • Sie das Kapital voraussichtlich in wenigen Jahren brauchen,
  • Sie eine hohe laufende Ausschüttung erwarten,
  • die Kreditrate nur bei lückenloser Vermietung tragbar ist,
  • Sie in absehbarer Zeit selbst einziehen wollen und Vorsteuer geltend machen möchten,
  • fast Ihr gesamtes Vermögen in einer einzigen Wohnung stecken würde.

Typische Fehler beim ersten Kauf

  • Mit der Bruttorendite statt mit der Nettorendite rechnen.
  • Inseratsmieten statt der zulässigen Miete ansetzen.
  • Servicepakete und Mietgarantien ungeprüft übernehmen.
  • Den späteren Verkauf und seine Kosten nicht mitdenken.
  • Steuerfragen erst nach dem Kauf klären.

Was JR Invest für Sie tun kann

JR Invest ist ein Boutique-Makler in Wien mit Fokus auf Immobilieninvestments und an kein Bauträgerprojekt gebunden. Das erlaubt uns, Neubau, Bestand und Off-Market-Angebote nebeneinanderzulegen und ehrlich zu vergleichen.

  • Realistische Bewertung. Wir setzen Kaufpreis, zulässige Miete und Kosten ins Verhältnis und rechnen netto.
  • Prüfung von Chancen und Risiken, von den Unterlagen bis zur Frage, ob das Objekt zu Ihren Zielen passt.
  • Netzwerk. Zugang zu Objekten, die nicht öffentlich beworben werden.
  • Begleitung bis zum Abschluss. Abstimmung mit Vertragserrichter, Bank und Ihrer Steuerberatung, mit kurzen Wegen und schnellen Entscheidungen.
  • Verkaufsstrategie. Wenn Sie Ihre Wohnung später verkaufen, erarbeiten wir eine auf Objekt und Ziele zugeschnittene Strategie.

Steuer- und Rechtsfragen klären wir gemeinsam mit Ihrer Steuerberatung und dem Vertragserrichter; eine Rechts- oder Steuerberatung ersetzen wir nicht. Mehr dazu finden Sie bei unseren Leistungen für Ankauf, Verkauf und Off-Market, im Porträt von Team und Boutique-Ansatz und auf unserer Startseite.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Vorsorgewohnung?

Sie kaufen eine Eigentumswohnung, meist teilweise mit Kredit, und vermieten sie. Die Miete deckt Kosten und im besten Fall einen Teil der Kreditrate; langfristig entsteht eine entschuldete Wohnung als Sachwert. Ob sich das rechnet, zeigt erst die Nettorendite nach Nebenkosten, laufenden Kosten und Mietausfall.

Wie lange muss eine Vorsorgewohnung vermietet werden?

Entscheidend sind vor allem steuerliche Fristen und Vertragsklauseln, nämlich die Vorsteuerberichtigung beim Neubau, die Liebhabereiprüfung und Bindungen aus Kauf-, Service- oder Kreditverträgen. Klären Sie Ihre Pläne vor dem Kauf mit der Steuerberatung und lassen Sie die aktuelle Rechtslage prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen Anlegerwohnung und Vorsorgewohnung?

Inhaltlich keinen, denn beide Begriffe bezeichnen eine Wohnung, die als Geldanlage gekauft und vermietet wird. „Vorsorgewohnung“ wird häufiger für Neubauprojekte mit Servicepaket verwendet, „Anlegerwohnung“ auch für Bestandswohnungen.

Lohnt sich eine Vorsorgewohnung in Wien?

Das hängt vom einzelnen Objekt ab. Sie lohnt sich eher, wenn der Kaufpreis zur zulässigen Miete passt, die Finanzierung auch ohne Mieteinnahmen tragbar ist und Sie langfristig halten können. Wertsteigerung kann hinzukommen, sollte aber nicht der einzige Grund für den Kauf sein.

JR Invest in Wien

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Das Team von JR Invest begleitet Sie persönlich bei Bewertung, Vermarktung und Abschluss, mit kurzen Wegen und Handschlagqualität. Steuerfragen klären Sie mit Ihrem Steuerberater, den Rest übernehmen wir.

Das Team von JR InvestIhre Ansprechpartner in Wien
Quellen (20)
  1. Haring Group: Vorsorgewohnungen in Wien und Umgebung kaufen
  2. Raiffeisen Vorsorge Wohnung (RVW): Vorsorgewohnungen
  3. willhaben: Vorsorgewohnung kaufen in Wien
  4. sREAL: Vorsorgewohnung in Wien kaufen
  5. teamneunzehn: Vorsorgewohnungen
  6. RAAB & RAAB: Vorsorgewohnung in Wien
  7. RAAB & RAAB: Was ist eine Vorsorgewohnung?
  8. 3SI: Immobiliensuche Vorsorgewohnungen
  9. ImmoScout24: Vorsorgewohnung in Wien
  10. Arbeiterkammer Wien: Geldanlage Vorsorgewohnung (2018)
  11. Mietenpaket 2026: MieWeG und Mietpreisbremse (Brandauer Rechtsanwälte)
  12. § 16 Abs 7 MRG (finanz.at); Mindestbefristung nach dem 5. MILG (Schönherr)
  13. § 1 MRG, Geltungsbereich (Stadt Wien, Wiener Schlichtungsstelle)
  14. Nebenkosten beim Wohnungs- und Grundstückskauf (oesterreich.gv.at)
  15. ImmoESt in Österreich (Fachartikel, verweist auf § 30 EStG)
  16. Fidas: Vorsteuerberichtigungszeitraum bei Grundstücken 20 Jahre
  17. BDO: Änderung § 2 Abs 4 LVO (BGBl II 89/2024)
  18. BMF: Absetzung für Abnutzung bei Vermietung und Verpachtung
  19. FMA: Ende der KIM-V und WIK-Rundschreiben (26.06.2025)
  20. Eigentumswohnung vermieten – ist das immer möglich? (Stadt Graz, WOIST)

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert und gibt den Stand zum Veröffentlichungsdatum wieder. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

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